14.06.2024
Hätten wir gewusst, dass die Rumänen so ein sportbegeistertes Völkchen sind, das sich schon morgens fit hält, wären wir noch ein bisschen früher aufgestanden und hätten mitgemacht.
Immerhin waren wir aber nicht ganz faul und haben die Stadt mit den Rädern erkundet. Zum Glück gab es genügend Radwege, so dass wir unbeschadet durch die Stadt fahren konnten.
Unser erstes Ziel war die Catedrala Națională din București (Nationalkathedrale in Bukarest), auch bekannt als Catedrala Mântuirii Neamului Românesc (Kathedrale der Erlösung des rumänischen Volkes), die sich noch im Bau befindet und wegen ihrer vielen Superlative (höchste orthodoxe Kirche der Welt, größte Ikonostase Rumäniens, größte freischwingende Glocke in einer Kirche, größte Mosaiksammlung der Welt) mitunter sehr umstritten ist. Hier gibt es einen kritischen Artikel dazu.
Gleich nebenan befindet sich mit dem
Palatul Parlamentului (Parlamentspalast) ein weiteres Gebäude der Superlative: immerhin ist es nach dem Pentagon das zweitgrößte Verwaltungsgebäude der Welt. Aber auch dieses Gebäude hat seine Kritiker: früher hieß es Casa Poporului (Haus des Volkes), die Rumänen nannten es spöttisch
"Haus des Sieges über das Volk". Keine Liebeserklärung.
 |
Domnița Bălașa Church |
 |
Cărturești Carusel (Buchhandlung)
|
|
 |
CEC-Palast (Bank)
|
 |
noch eine farbenprächtige Kirche
|
 |
Spitalul Clinic Colțea: Krankenhaus, das 1704 für die Armen gebaut wurde |
 |
Haus der Union der rumänischen Architekten
|
 |
Memorialul Renaşterii (Denkmal der Wiedergeburt) auch "Kartoffel der Revolution"
|
 |
Biblioteca Centrală Universitară (Zentrale Universitätsbibliothek)
|
 |
Carol I vor seinem ehemaligen Königspalast (heute die Bibliothek)
|
Der Triumphbogen war unsere letzte Station in Bukarest. Wir haben es gerade noch geschafft, ein Photo zu schießen, bevor der Himmel seine Schleusen geöffnet hat. Den schlimmsten Schauer haben wir in einem Bushäuschen abgewartet, bevor es in leichtem Regen dann zurück zum Jupp ging. Wir haben an der Kneipe im Park vorbeigeschaut, ob sie geöffnet hat, da wir dort Essen gehen wollten. Es war offen und total leer und wir haben erstmal in aller Ruhe die Fahrräder und unsere Sachen verstaut. Als wir endlich fertig waren und in der Kneipe angekommen sind, haben wir gerade so noch einen Platz bekommen. Inzwischen war sie wirklich sehr gut besucht. Das Essen war lecker und bezahlbar. Was uns hier aufgefallen ist: die Rumänen rauchen total viel. Selbst wenn das Essen an den Tisch gebracht wird, wird sich erst noch einmal gemütlich eine Zigarette angesteckt, bevor das Essen genossen wird. Und auch zwischendrin und während andere am Tisch noch essen, wird fleißig gequalmt.
Bukarest hat viele schöne alte Gebäude, die zum Teil jedoch sehr heruntergekommen sind. Restauriert wären es wahre Schmuckstücke. Sie tauchen auch immer mal wieder zwischen den "Bausünden" aus sozialistischen Zeiten auf. Dieses Zusammenspiel zwischen alt, sozialistisch und neu ist schon sehr interessant.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen