Der vergessene Stempel und die Folgen

05.02.2024 - 08.02.2024


Heute Morgen um 6 Uhr ging es mit dem Bus zurück nach San José. Frank hat neben einer Amerikanerin gesessen, die sehr gut Deutsch konnte, da sie in Worms geboren und aufgewachsen ist. Zu diesem Zeitpunkt lief noch alles nach Plan und wir freuten uns darauf, unseren Mietwagen abzuholen. Doch daraus sollten nix werden.

Bei der Autovermietung wurde uns von einem Mitarbeiter der Autovermietung eröffnet, dass er uns unseren Mietwagen nicht geben kann, da wir keinen Einreisestempel von Costa Rica im Reisepass haben. Zur Erinnerung: wir hatten uns an der Grenze kurz gewundert, dass auf der costaricanischen Seite keiner kontrolliert hatte. Er hat uns zurück zum Flughafen geschickt, um uns einen Stempel zu besorgen. Das war dort jedoch nicht möglich, da wir nicht über den Flughafen eingereist sind. Die etwas unfreundliche und demotivierte Mitarbeiterin der Migrationsbehörde meinte, wir wären illegal im Land und müssten zurück zu der Grenze, an der wir nach Costa Rica eingereist sind (schlappe 7 Stunden Busfahrt und wieder zurück).

Das wollten wir natürlich vermeiden und sind zur Deutschen Botschaft, wo uns aber ebensowenig geholfen wurde, da es eine Sache der Einwanderungsbehörde von Costa Rica sei und wir dort hingehen müssten. So kurz vor Feierabend hatte der Mitarbeiter wohl auch keine rechte Lust mehr, sich noch um etwas zu kümmern und hat uns noch nicht mal die Adresse rausgesucht. So viel zur Hilfsbereitschaft, da will man nicht wirklich ein Problem haben!

Es blieb uns also nichts anderes übrig, als uns eine Unterkunft für die Nacht zu suchen uns am nächsten Tag unser Glück bei der Behörde zu versuchen.

06.02.2024

Heute Morgen um 8 Uhr standen wir bei der Einwanderungsbehörde vor der Tür. Zunächst sah es sehr vielversprechend aus, da wir relativ schnell an den ganzen Menschenschlangen vorbei bis ins Backoffice vorgedrungen sind, aber leider hat sich sehr schnell herausgestellt, dass uns hier auch keiner helfen konnte (oder wollte). So blieb uns also nichts anderes übrig als mit dem nächsten Bus zurück nach Paso Canoas an die Grenze zu Panamá zu fahren. Nach 7,5  Stunden Busfahrt sind wir gegen 17 Uhr dort angekommen. Wir sind dann gleich zur Grenzbehörde, die wirklich etwas versteckt lag. Wenn man von Panamá kommt, steht man eigentlich direkt im Ort mit Geschäften und Bushaltestellen und ein Stückchen weiter kommt ein Gebäude, in dem die Grenzbehörde sitzt. Steht aber auch nicht wirklich angeschrieben, so dass man es schon wissen muss.

Der Grenzbeamte wollte unser Flugticket sehen und wollte gar nicht verstehen, dass wir von Managua aus zurückfliegen. Er war der Meinung, wir müssten uns in Panamá ein Busticket nach Nicaragua kaufen. Nach längerem Hin- und Her und erklären, dass wir noch 4 Wochen in Costa Rica bleiben und vorzeigen unserer Kreditkarte wollte er uns endlich den Stempel geben als er unglücklicherweise realisiert hat, dass wir schon vor 9 Tagen aus Panamá ausgereist sind. Zack, ab ins Büro! Dort wurden wir erst einmal sitzen gelassen, bis uns ein anderer Beamter erklärt hat, dass wir den Ausreisestempel annulieren lassen müssen und erneut ausreisen müssen. Zum Glück ist er mit uns zur panamaischen Grenzbehörde gegangen und hat dem dortigen Beamten erklärt, was wir brauchen. Und siehe da: Ausreisestempel wurde annuliert, wir konnten erneut ausreisen und nun auch endlich in Costa Rica einreisen. Was für eine Aktion!

07.02.2024

Heute Morgen sind wir um 4 Uhr wieder zurück nach San José gefahren. Nach 7 Stunden Busfahrt sind wir gleich weiter zur Autovermietung. Dort wurde uns nach 2 Stunden mitgeteilt, dass wir das Auto jetzt nicht mehr bekommen könnten, da die Frist abgelaufen sei und dass wir das mit unserem deutschen Anbieter klären müssten. Und das, obwohl schon alles bezahlt war und wir laut App das Auto sogar schon hatten. Und wie bitte schön sollten wir das auf die Schnelle klären, wenn wir nicht telefonieren können und eine Zeitverschiebung von 6 Stunden haben, so dass in Deutschland keiner mehr gearbeitet hat. Das war den Mitarbeitern jedoch ziemlich egal und sie haben uns einfach stehen lassen. Also wieder kurzfristig eine Unterkunft gebucht und von dort billigermietwagen.de per mail kontaktiert.

08.02.2024

Wegen der Zeitverschiebung sind wir heute Morgen um 3 Uhr aufgestanden um zu schauen, ob wir eine Antwort bekommen haben. Die gute Nachricht: es war tatsächlich schon eine Antwort da. Die schlechte Nachricht: billigermietwagen.de hat die Nachricht weitergeleitet und uns gleich mitgeteilt, dass die momentane Bearbeitungsdauer 4-6 Wochen dauert. Na super, dann sind wir wieder zu Hause. Ein anderer Mietwagen kam nicht in Frage, da wir uns für den Preis auch gleich ein Auto hätten kaufen können. So blieb uns nichts anderes übrig, als zu versuchen, die Reise so umzubuchen, dass wir weiterhin öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. War natürlich schade, da wir dadurch zwei interessante Ziele, die man nur mit dem Auto erreichen kann, streichen mussten.

Unsere nächste reguläre Unterkunft konnten wir mit dem Bus erreichen und so haben wir uns bei 34°C und herrlichstem Sonnenschein auf den Weg gemacht. Es ging ein bisschen in die Berge und plötzlich ist das Wetter umgeschlagen und es wurde total neblig. Die Temperatut lag jetzt auch nur noch bei 18°C. Zwei Kilometer vor dem Ziel gab es eine Vollsperrung und wir standen über 2 Stunden, ohne dass sich etwas bewegt hat. Schließlich sind wir aber doch noch bei unserer einfachen Unterkunft angekommen, die aber alles hat, was man benötigt und die Vermieter sind wirklich sehr bemüht. Hier war es für uns so kalt, dass ich tatsächlich das erste Mal meine Fleecejacke rausgeholt habe.

große Wäsche vor unserer Zimmertür





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